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Stammtisch

Wir laden Dich herzlich zu unserem Stammtisch ein. Du findest uns immer montags abends um 20:15 in der Mehlwaage auf der Metzgerau 4.


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BGH-Fahrt am 20. Juni

Auch in diesem Sommersemester organisierte Ju§tu§ für interessierte Studenten wieder eine Fahrt an den Bundesgerichtshof nach Karlsruhe, um dort Verhandlungen des III. Zivilsenats begleiten zu können.

Bei sommerlichen Temperaturen trafen wir uns zu früher Morgenstunde um 5.30 Uhr am Konzerthaus Freiburgs. Von dort aus begann die Fahrt in die barocke Planstadt, die vor allem unter Juristen auch Residenz des Rechts genannt wird, da dort sowohl der Bundesgerichtshof, als auch das Bundesverfassungsgericht ansässig sind. 

Von außen recht unscheinbar wirkend, waren wir doch alle zuerst von der aufwendigen Sicherheitskontrolle und dann von dem prunkvollen und geschichtsträchtigem Innenhof des BGH beeindruckt. Unmittelbar nach unserer Ankunft wurden wir  von dem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Senats, Dr. Diercks, empfangen. Dieser, der sogleich Richter am Oberlandesgericht Schleswig-Holstein ist, hieß uns erst einmal herzlich willkommen und bereitete uns daraufhin auf die folgenden drei Verhandlungen vor, indem er uns jeweils kurz den Sachverhalt erläuterte und grundsätzliche Regeln erklärte. Der III. Zivilsenat tagte an diesem Morgen dreimal und hatte drei Fälle zu unterscheiden, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Der erste behandelte einen typischen Rechtsstreit über Schadensersatzansprüche, bei dem eine Dame bei Glatteis auf einer Straße des innerstädtischen Ahaus zu Fall gekommen ist. Nahezu mühelos konnten wir der Streitigkeit folgen, was sich jedoch über die zweite und dritte Verhandlung nicht so einfach sagen ließ. Der Senat unter dem Vorsitzenden, Wolfgang Schlick, der zugleich Vizepräsident des Bundesgerichtshofs ist, hatte sich im zweiten Fall mit mangelhaften und pflichtwidrigen Hinweisen bezüglich eines Immobilienfonds auseinanderzusetzen. Der dritte Fall stellte mit Abstand den interessantesten und kompliziertesten Sachverhalt dar, bei dem selbst die renommierten Richter mit ihren juristischen Fähigkeiten an wirtschaftliche Grenzen stießen. Hierbei hatte eine Firma ihren Managementbereich ausgelagert und  geriet mit der Tochtergesellschaft in Streit, so dass sich die Frage von Verzugszinsen ergab.

Zwischen den Verhandlungen und im Anschluss an diese führte uns Herr Diercks über das Gelände des Bundesgerichtshofes. Die Bibliothek des BGH umfasst an die 500.000 Bücher und stellt unser juristisches Seminar meilenweit in den Schatten. Weiterhin bekamen wir einen Einblick in die Strafprozesssäle und das Herzstück des Geländes, dem Palais.

Anschließend stärkten wir uns in einem Biergarten der Karlsruher Innenstadt und ließen die Eindrücke des Vormittags sacken. Abgerundet wurde der Tag dann wahlweise mit einer Shopping-Tour, einer Schlossbesichtigung oder anderweitigen Aktivitäten in der Nachmittagssonne, ehe es mit dem Reisebus zurück nach Freiburg ging.

Ob es für irgendeinen von uns in seiner beruflichen Laufbahn in Betracht kommt, die Ehre zu haben,  am Bundesgerichtshof zu arbeiten, wird sich erst in vielen Jahren herausstellen. Doch eines ist schon jetzt gewiss: eine Fahrt an den BGH ist immer eine Reise wert.

Jana